Tschechiens erfolgreichster Biathlet beendet Karriere

Aktualisiert: März 15

Er sagt Good Bye. Mit dem letzten Rennen der Biathlon-Weltcupwochen im heimischen Nove Mesto beendet Ondrej Moravec seine langjährige Karriere.

Ondrej Moravec ist aktuell der erfolgreichste Biathlet Tschechiens und beendet seine Biathlon Karriere.
Ondrej Moravec

In 17 Wintern erlebt der mittlerweile 36-jährige viele Höhen und Tiefen als Profi im beliebtesten Wintersport.

Sein Weltcup-Debüt feiert der Tscheche im Januar 2003 in Ruhpolding. Nach der Staffel startet er dort auch im Sprint. Mit dem 56. Rang qualifiziert er sich für das Verfolgungsrennen. Jedoch schießt er im Rennen über 12,5 km sieben Fehler und verbessert seine Ausgangslage nur um einen Rang.

Damals noch im Juniorenbereich unterwegs, holt er 2004 bei den Juniorenweltmeisterschaften sein erstes Edelmetall mit der Silbermedaille im Einzel.

Nach Einsätzen im IBU-Cup ist er im Winter 2005/06 fest im Weltcupteam der Tschechen etabliert und nimmt an den Olympischen Winterspielen 2006 in Italien teil. Ein Jahr später gelingt Moravec die erste Top-Platzierung im Weltcup, als er mit einem Fehler 15. im Sprint von Lahti wird. 2008 verpasst er im Sprint von Khanty-Mansiysk mit fehlerfreiem Schießen sein erstes Podest nur knapp.

Dort steht er zum ersten Mal mit der Staffel in der Saison 2011/12. In Oberhof gelingt dem tschechischen Team ein zweiter Platz.

Das erste Einzelpodest folgt im Februar 2012 auf der Pokljuka. Nachdem er im Sprint achter wird, schafft er es im Verfolgungsrennen mit 19 Treffern als Zweiter die Ziellinie zu überqueren.

In den nächsten Jahren verbessert sich der Tscheche kontinuierlich. Wie im Jahre 2006 nimmt er auch 2010, 2014 und 2018 an den Olympischen Winterspielen teil.

Mit seinem ersten und einzigen Weltcupsieg im Massenstart von Oslo 2013, läutet er seine erfolgreichste Zeit im Biathlon ein. Dazu zählt die Olympiasaison 2013/14, in der er es zum zweiten Mal hintereinander im Gesamtweltcup unter die Top-15 schafft. In Sotschi gewinnt Moravec olympisches Silber in der Verfolgung und Bronze im Massenstart. Auch im Teamwettbewerb der Mixed-Staffel holt er zusammen mit Veronika Vitkova, Gabriela Koukalova und Jaroslav Soukup die Silbermedaille.

Seinen stärksten Winter erlebt er in der nachfolgenden Saison. Bei den Weltmeisterschaften in Kontiolahti wird er mit den Damen der olympischen Mixed-Staffel und Michal Slesingr Weltmeister im selbigen Format. Aber auch die Einzelmedaillen lassen nicht auf sich warten. Im Einzel über 20 km gewinnt er Bronze und verbessert sich im Massenstart auf den Silberrang. Am Ende der Saison 2014/15 ist Ondej Moravec im Gesamtweltcup unter den Top-6 zu finden.

In den folgenden Jahren erreicht er regelmäßige Top-10-Platzierungen bei Weltcuprennen.

Einer der Hauptgründe dafür ist sein überdurchschnittlich gutes Schießen. Der Tscheche ist immer dann gut ist, wenn er ein sauberes Trefferbild hat. Jedoch fehlt es ihm in den letzten Jahren seiner Karriere an Durchschlagskraft in der Loipe. Hier ist Moravec seit der Saison 2017/18 nur noch Durschnitt. In den nächsten Wintern schafft er es nicht mehr an seine konstanten Leistungen der vorherigen Jahre anzuknüpfen und hält sich im Gesamtklassement des Weltcups um den 30. Rang auf.

Seine letzte Einzelmedaille gewinnt er 2017 bei den Weltmeisterschaften in Hochfilzen. Mit 20 Treffern holt er sich die Silbermedaille im Einzel. Beim Saisonhighlight in Antholz 2020 ist er ein weiteres Mal Teil der Mixed-Staffel, die im Eröffnungsrennen der WM die Bronzemedaille gewinnt.

Im diesjährigen Winter gelingt ihm beim Saisonauftakt in Finnland ein fünfter Rang im Einzel. Bei seinen letzten Weltmeisterschaften auf der Pokljuka ist seine beste Einzelleistung der elfte Rang im Traditionsrennen über 20 km.

Der 36-jährige nimmt in seiner Karriere an insgesamt 410 Weltcup- und Olmypiarennen im Profibereich teil. Mit dem tschechischen Team steht er in 97 Staffelrennen insgesamt elfmal auf dem Podium und ist zweifacher Mixed-Staffel-Sieger. In seinen 313 Einzelrennen landet er 14 Mal auf dem Podest und kann ein Weltcuprennen für sich entscheiden. Damit ist er aktuell der erfolgreichste männliche Biathlet seiner Nation.

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